Diagnose Darmkrebs

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart sowohl beim Mann als auch bei der Frau und einer der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die meisten Tumore des Darmes sitzen im Kolorektum, also im Enddarm (Rektum) und dem enddarmnahen Abschnitt des Dickdarms (Kolon). Diese machen rund 95% aller Tumore aus. Die übrigen 5% verteilen sich auf das Kolon und den Dünndarm.

Übergewicht und Rauchen fördern das Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

Übergewicht und Rauchen fördern das Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

Die wichtigsten Risikofaktoren für Darmkrebs sind das Alter und die damit verbundenen Darmpolypen. Laut neuesten Studien spielen aber auch genetische Faktoren eine große Rolle. Patienten, die an Morbus Crohn erkrankt sind, haben auch ein erhöhtes Risiko Darmkrebs zu entwickeln. Aber auch die Ernährung trägt eine entscheidene Bedeutung bei den Risikofaktoren. So wurde belegt, dass der tägliche Konsum vom roten Fleisch das Darmkrebsrisiko um mindestens 50% steigert. Fischkonsum hingegen senkt dieses Risiko auf die Hälfte, aber nur, wenn er täglich gegessen wird. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen und Übergewicht. Die Pathophysiologischen Mechanismen sind hier aber noch nicht bekannt. Am ehesten kann davon ausgegangen werden, dass stark übergewichtige Raucher einen generell geschwächten Allgemeinzustand haben und anfälliger für Tumore sind.

Doch unumstritten ist die Funktion der Darmpolypen bei der Entstehung vom Tumor. Polypen sind eigentlich völlig harmlose Ausstülpungen des Darmes, die symptomlos sind und keinerlei Beschwerden verursachen. Meistens sind sie auch Zufallsbefunde. Diese Polypen neigen aber dazu, häufig zu entarten. Dafür sind einige genetische Mutationen notwendig. So kann aus einem harmlosen Polyp ein Adenom werden. Adenome sind gutartige Tumore des Darms, die ebenfalls keine Beschwerden verursachen. Erst wenn weitere Mutationen eintreten, können die Adenome entarten und zu bösartigen Tumoren (Karzinomen) werden. Dabei wird auch stets die Darmschleimhaut durchbrochen, welches als Differenzierungskriterium zu Adenomen gilt.

Erst in einem sehr späten Stadium verursacht Darmkrebs Beschwerden. Die ersten Anzeichen sind Bauchschmerzen nach dem Essen, Blut im Stuhl, Durchfälle und Verstopfung im Wechsel und Flatulenzen (Blähungen). Durch die Blutungen ins Darmlumen kann es zu einer Blutarmut (Anämie) kommen, die zu einem Leistungsabfall und Müdigkeit führen kann. Als weitere Komplikationen sind ein Darmverschluss (Ileus) oder der Darmdurchbruch (Perforation) möglich. In beiden Fällen handelt es sich um einen Notfall. Der Patient muss sofort operiert werden, sonst droht akute Lebensgefahr! Darmkrebs ist leider ein sehr aggressiver Tumor, der sehr früh Metastasen ausbildet. Durch den venösen Abfluss des Rektums bedingt, bilden sich zuerst Lebermetastasen, die dann von dort in die Lunge und anschließend in den ganzen Organismus verschleppt werden können. Knochenmetastasen sind auch sehr häufig.

Aufgrund der fehlenden Symptome wird Darmkrebs erst sehr spät entdeckt. Meistens ist dann schon eine kurative Behandlung nicht mehr möglich. Sobald es Fernmetastasen gibt, schwindet die Chance auf Heilung sehr stark. In diesem Stadium ist nur noch eine palliative Therapie sinnvoll. Zunächst wird, je nach Ausdehnung, der betroffene Darmabschnitt und das Rektum operativ entfernt. Eine anschließende Chemotherapie kann das Wachstums des Tumors stark beeinträchtigen, aber nicht komplett stoppen. Da Darmkrebs zu den häufigsten Krebsarten gehört, wird seit 2002 die Vorsorgeuntersuchung von seiten der Krankenkassen übernommen. Dank der dadurch möglichen Frühzeiterkennung liegt die 5-Jahres-Überlebenschance heutzutage bei 40-60%. Zuvor starben bis zu 90% aller Patienten innerhalb eines Jahres nach Diagnosestellung. Auch wenn die Untersuchung unangenehm sein mag, so sollte jeder, der die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen darf, dieses Angebot auch wahrnehmen. Eine frühzeitige Entdeckung kann Leben retten!

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