Warum schlechte Mundhygiene auf unseren Magen schlagen kann

Mundhygiene und Magen-Darm hängen direkt miteinander zusammen ( Bildquelle: AndreyPopov - Bigstock®)

Eine sorgfältige Mundhygiene ist aus vielen Gründen unverzichtbar. Zum einen natürlich aus ästhetischen Gründen, denn bei persönlichen Kontakten im privaten wie beruflichen Umfeld wirken Essensreste in den Zahnzwischenräumen, gelbe Beläge und Mundgeruch sehr abstoßend. Zum anderen sollte bedacht werden, dass die Zähne in direkter Wechselwirkung mit bestimmten Organen stehen und somit gesunde und gut gepflegte Zähne zu einem gesunden Körper beitragen.

Die direkten Folgen schlechter Mundhygiene lassen nicht lange auf sich warten:

  • Mundgeruch
  • Karies
  • Parodontose
  • Entzündungen im Mundraum durch die vermehrte Ansiedlung bakterieller Beläge.

Erste Schäden lassen sich durch die Behandlung beim Zahnarzt und fortan konsequente Zahnpflege noch beheben bzw. abmildern. Wird die Mundhygiene jedoch weiterhin vernachlässigt, hat das direkte Folgen auf den Rest unseres Körpers – und auch des Aussehens. Denn nur ein gesunder Körper strahlt das auch nach Außen hin aus. Sind innere Organe erkrankt, zeigt sich das durch stumpfes, kraftloses Haar und Hautprobleme aller Art.

Das Wechselspiel von Zähnen und Organen

Eine Ansammlung bakterieller Beläge im Mundraum begünstigt nicht nur Entzündungen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut, sondern fördert auch die Entstehung von Krankheiten des Verdauungsapparats. Dazu gehören leichtere Probleme wie Magenschleimhautentzündung, Völlegefühl und Blähungen, ebenso wie chronischer Durchfall oder gar Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts.

Erfahrene Mediziner können vom Zustand bestimmter Zähne, auf den Zustand der Organe schließen, da diese in direktem Zusammenhang zueinander stehen. Vermehrter Zahnstein etwa an den Eckzähnen des unteren Kiefers lassen einen desolaten Magen mit Neigung zur Bildung von Geschwüren vermuten. Wer unter Parodontose leidet, der hat wahrscheinlich auch Probleme mit seinem Verdauungssystem. Oftmals liegen hier Geschwüre des Magens oder des Zwölffingerdarms vor.

Studien haben gezeigt, dass die Gefahren einer Parodontitis noch weitreichender sind. Das Risiko für Erkrankungen wie Rheuma oder Arteriosklerose steigt ebenso wie die Gefahr eines Herzinfarkts. Parodontitis kann zudem bei Schwangeren zu Frühgeburten und Untergewicht beim Neugeborenen führen. Nicht zuletzt wird bei Parodontose der Kieferknochen abgebaut, was unweigerlich zum Verlust der Zähne führt. Neben einer umfassenden Mundhygiene spielt eine gesunde, ausgewogene Ernährung ebenfalls eine große Rolle, ob Zähne und Organe gesund bleiben.

Der Einfluss der Ernährung auf die Zahngesundheit

Neben der richtigen Mundhygiene trägt die Ernährung einen maßgeblichen Teil dazu bei, dass die Zähne gesund bleiben. Eine schlechte Ernährung beeinflusst den Stoffwechsel dahingehend negativ, das nicht mehr genug Kalzium aufgenommen werden kann. Käse ist in vieler Hinsicht gut für die Zähne. So werden sie mit Kalzium versorgt. Die Säure im Mundraum wird durch das basische Lebensmittel Käse neutralisiert, so dass der Zahnschmelz weniger angegriffen und die Zähne insgesamt widerstandsfähiger werden.

Chronische Magen-Darm-Infektionen und die damit verbundene Überproduktion von Magensäure führen in vielen Fällen zu Karies. Hier kommt wieder die Wechselwirkung von Organen und Zähnen zum Tragen. Stimmt etwas mit Stoffwechsel und Verdauung nicht, schadet dies auch den Zähnen – und umgekehrt. Doch wie sieht eine ausgewogene, „zahngesunde” Ernährung nun aus?

  •  Auf zuckerhaltige Nahrungsmittel weitgehend verzichten, da diese im Mundraum zu Säure umgewandelt werden, die den Zahnschmelz porös und die Zähne angreifbar machen. Außerdem macht zu viel Süßes dick.
  • Wenn auf Süßigkeiten nicht verzichtet werden kann, dann diese möglichst nur einmal am Tag essen, nicht mehrmals, damit nur einmal und nicht permanent Säure gebildet wird.
  • Für eine gesunde Verdauung und einen gut funktionierenden Stoffwechsel viel Basisches wie grünes, ungekochtes Gemüse, Obst und Nüsse essen.
  • Milch und milchhaltige Lebensmittel wie Käse und Joghurt versorgen den Körper mit ausreichend Kalzium.
  • Statt Weizenmehlprodukte lieber Varianten auf Vollkornbasis wählen.
  • Nicht rauchen.
  • Alkohol, wenn überhaupt, nur in Maßen genießen.

Die richtige Mundhygiene – darauf kommt es an

Tägliches Zähneputzen ist das A und O der Zahnpflege, aber richtig: Mindestens zweimal täglich sollte es schon sein. Das häufig empfohlene Zähneputzen nach jeder Mahlzeit ist im Alltag nicht nur schwer umzusetzen, sondern auch nicht immer sinnvoll. Besteht eine Mahlzeit zum Beispiel aus Saurem (Salate, in Essig eingelegtes Gemüse, Rhabarber o.ä.), wird der Zahnschmelz durch die Säure ohnehin schon strapaziert. Wird jetzt mit der Zahnbürste auch noch ordentlich geschrubbt, wird der Zahnschmelz noch mehr geschädigt. In einem solchen Fall ist es besser, das Zähneputzen vor die Mahlzeit zu verlegen und nach dem Essen den Mund nur mit Wasser auszuspülen. Gerade unterwegs leisten fluoridhaltige Kaugummis gute Dienste, sollten aber nicht zu oft und auch nicht zu lange gekaut werden, weil der Körper sonst zu viel Fluor aufnimmt.

Beim Zähneputzen lieber eine weichere Bürste oder eine elektrische Ultraschallbürste nehmen. Beides reinigt die Zähne schonend, ohne den Zahnschmelz anzugreifen. Nach 6-8 Wochen sollte die Zahnbürste ausgetauscht werden, weil sich sonst darin zu viele Keime ansammeln. Ob das Verwenden von Zahnseide oder Zahnstochern sinnvoll ist, sollte mit dem Zahnarzt abgeklärt werden. Regelmäßige Zahnarztbesuche sollten für die richtige Mundhygiene selbstverständlich sein. Eine professionelle Zahnreinigung trägt ebenfalls zur Mundhygiene bei, macht die Zähne wieder glatt und strahlend. Die Zahnreinigung wird von einer Prophylaxehelferin durchgeführt und muss in der Regel selbst bezahlt werden. Wer nach der Behandlung enttäuscht ist, dass die Zähne nicht strahlend weiß sind, sollte wissen, dass die Farbe der Zähne genetisch bedingt und nicht veränderbar ist – auch nicht durch irgendwelche Bleichmittel. Diese schaden mehr als sie nutzen.

Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Schlaf, genug Bewegung und eine sorgfältige Zahnpflege sorgen für gesunde Zähne und beugen Folgeerkrankungen vor. Weiterführende Informationen zur Mundhygiene können Sie auf magendarmgrippe.net finden.

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