Wenn der Magen auf den Hals drückt

Druck auf dem Hals kann viele Ursachen haben ( Bildquelle:  B-D-S– Bigstock® )

Ein Druck im Hals äußert sich durch ein Fremdkörper- oder Engegefühl im Rachen. In der Medizin spricht man vom sogenannten Globussyndrom, welches durch häufiges Räuspern, Husten oder sogar Atemnot gekennzeichnet ist. Die Ursachen für diese Beschwerden sind vielfältig. Neben organischen Ursachen kommen auch psychosomatische und funktionelle Störungen in Betracht.

Ursachen für den Druck im Hals

Allgemein wird das Kloßgefühl im Hals durch lokale Schädigungen der Schleimhäute und Nerven (Nervus Vagus) im Halsbereich hervorgerufen. Gleichzeitig finden bei einem chronischen Druck im Hals auch Umbauprozesse im Bindegewebe statt.

Im Folgenden sollen kurz einige Ursachen für die lokalen Schädigungen aufgezeigt werden:

  • Fremdkörper im Halsbereich (beispielsweise ein unzerkauter Nahrungsmittelbrocken)
  • Nahrungsmittelallergien
  • Insektenstiche
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Divertikel der Speiseröhre
  • Zysten und Tumoren im Halsbereich
  • Muskelverspannungen und Bindegewebsprobleme
  • psychosomatische Ursachen

Bei ungefähr einem Viertel aller Fälle ist jedoch der Magen unmittelbar für den unangenehmen Druck im Hals verantwortlich. Im Rahmen eines sogenannten extraösophagealen Refluxes kann es zur Schädigung der Schleimhäute und Nerven im Halsbereich kommen.

Was ist ein extraösophagealer Reflux?

Im Magen wird der Speisebrei durch die Magensäure vorverdaut. Die Magensäure ist sehr aggressiv und kann unter Umständen vom Magen, über die Speiseröhre, bis zum Schlund oder Rachen gelangen. Warum das so ist, konnte bisher noch nicht eindeutig geklärt werden. Wahrscheinlich spielt aber eine gewisse Schwäche der Muskeln in der Speiseröhre eine Rolle. Der Druck in der Speiseröhre kann dadurch nicht mehr richtig reguliert werden. Des Weiteren haben die Ernährungsgewohnheiten und bestimmte Magenkrankheiten einen großen Einfluss auf die Säureproduktion des Magens. Eine hohe Magensäureproduktion und die Regulierungsschwäche der Speiseröhre können die Refluxkrankheit auslösen. Der extraösophageale Reflux äußert sich dann durch starkes Sodbrennen. Bei chronischem Sodbrennen können jedoch die Schleimhäute und auch die umliegenden Nerven im Rachen geschädigt werden, sodass sich daraus langfristig ein Druck im Hals entwickelt.

Symptome beim extraösophagealen Reflux

Der extraösophageale Reflux äußert sich unter anderem durch folgende Symptome:

  • Heiserkeit
  • Räusperzwang
  • Schleim im Rachen
  • Trockenheitsgefühl im Hals
  • Reizhusten
  • Kloß im Hals
  • oder Schluckstörungen

In schweren Fällen kommt es zu Atemstörungen oder gar zu Panikattacken. In der Folge können sich auch Depressionen entwickeln.

Diagnostik bei Druck im Hals

Wie bereits erwähnt, kann das Globusgefühl im Hals verschiedene Ursachen haben. Daher ist eine intensive Anamnese sehr wichtig. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung wird eine sogenannte Laryngoskopie durchgeführt, bei welcher festgestellt werden kann, ob der Kehlkopf Kontakt mit Magensäure hatte. Mittels einer kleinen Sonde, die in die Speiseröhre eingeführt wird, kann über 24 Stunden der durchschnittliche PH-Wert bestimmt werden. Bei ständig niedrigen PH-Werten kann für den Druck im Hals ein extraösophagealer Reflux als Ursache angenommen werden.

Therapie

Steht als Ursache für den Druck im Hals der häufige Kontakt der Rachenschleimhaut mit Magensäure fest, muss zunächst der extraösophageale Reflux behandelt werden. Bei sehr hartnäckigen Beschwerden werden zunächst über Wochen sogenannte Säureblocker verabreicht. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass die Ernährung komplett umgestellt wird. Scharfe Gewürze, Kaffee und fette Speisen sollten genauso wie Alkohol und Zigaretten gemieden werden. Um das Wiederaufleben dieser Erkrankung zu verhindern, wird auch eine langfristige Umstellung der Ernährung empfohlen. Auch eine eventuell zugrunde liegende Magenerkrankung muss behandelt werden, um eine verstärkte Säurebildung zu unterdrücken. Das bildet dann die Voraussetzung, den säurebedingten Druck im Hals zu therapieren. Nach Beendigung des Säurekontaktes beginnt der Heilungsprozess im Hals. Ob sich die Beschwerden vollständig zurückbilden, hängt jedoch auch vom Schweregrad der Vorschädigung der Schleimhäute und umliegenden Nerven ab.

Fazit

Zur Vorbeugung vor dem extraösophagealen Reflux und den dadurch verursachten Druck im Hals wird eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, Stressabbau und das Vermeiden von Alkohol und Rauchen empfohlen.

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